Psychotherapeut - ein Beruf für Männer?  

BoysDay-2015 am IVS

Entgegen der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist der psychotherapeutische Berufsstand heutzutage von Frauen dominiert. Rund 80% der Ausbildungsteilnehmer in psychotherapeutischen Lehrinstituten sind weiblich. Das Institut für Verhaltenstherapie, Verhaltensmedizin und Sexuologie (IVS) in Fürth hat sich zum Ziel gesetzt, diesen aufregenden Beruf auch jungen Männern näherzubringen und nahm deswegen 2015 zum dritten Mal am jährlich stattfindenden Boys Day teil. An diesem Tag erhalten Schüler die Möglichkeit, sich die Arbeitswelt in typischen „Frauenberufen“ einmal genauer anzusehen.

So fanden sich am 23. April gegen 8 Uhr einige motivierte junge Männer aus Nürnberg, Fürth und der Umgebung in der Kinder- und Jugendlichenambulanz des IVS, Nürnberger Straße 22 ein. Begrüßt wurden sie durch Dr. Wolfram Dorrmann, Psychotherapeut und Leiter der Ausbildung des verhaltenstherapeutisch ausgerichteten Instituts. Er erklärte den Schülern, wie man Psychotherapeut wird, fragte sie nach ihren Erwartungen an den Tag und beantwortete erste neugierige Fragen. Danach gab Kim Stellmann, Psychologiestudentin und Praktikantin am IVS einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Einblick in die Arbeitsweisen der Psychologie (Experimente!). Sie zeigte einige interessante und lustige Videos (ein Beispiel finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=vJG698U2Mvo) und konnte zeigen, dass Phänomene wie selektive Aufmerksamkeit oder Belohnungsaufschub spannender sind, als sie zunächst klingen mögen. Dann verblüffte sie die Jungs zunächst mit einer zutreffenden Analyse ihrer jeweiligen Persönlichkeiten, um dann wenig später klarzustellen, dass sie einem weiteren psychologischen Phänomen auf den Leim gegangen sind: Den Barnum-Effekt. Dieser besagt, dass Menschen ungenaue und allgemeingültige Aussagen über sich selbst als korrekt beschreiben, eine Täuschung, die sich Verfasser von Horoskopen gerne zunutze machen. Das Interesse für die besondere Faszination der Psychologie war geweckt! Tilo Röseler, ebenfalls Student der Psychologie, verschaffte seinen Zuhörern daraufhin einen Überblick über Aufbau und Inhalt des Studiums. Er und die anderen anwesenden Studenten konnten alle aufkommenden Fragen zu NC und Schwierigkeit des Studiums beantworten (Fazit: es ist machbar!) und den Schülern die Angst vor der Statistik nehmen (auch die ist machbar!). Nach einer Pause ging es an die Arbeit in der Psychotherapie: Julia Krätschmer und Franziska Wachsmuth, beide Studentinnen im (sozial-)pädagogischen Bereich erklärten anhand von Prüfungsangst die für die Schüler gut nachvollziehbaren Attributionsstile und das für die kognitive Therapie wichtige ABC-Modell nach Ellis, beides alltägliche Gegenstandsbereiche in der kognitiven Verhaltenstherapie. Nach einer kurzen Einweisung durch den Psychologiestudenten Lukas Schneider konnten die jungen Männer dann selbst aktiv werden: Anhand von ans Handy angeschlossenen Biofeedbackgeräten konnten sie über eine App eine Rückmeldung zu ihrer momentanen Hautleitfähigkeit, einem Indikator für psychophysiologische Erregung, erhalten. Aufforderungen wie „stell dir vor, du triffst dich gleich zum ersten Date mit einem schönen Mädchen“ ließen die Kurve ansteigen, die Vorstellung vom Sonnenbad im Urlaub senkte die Hautleitfähigkeit. Nach einer kurzen Abschlussrunde mit Feedback und Fazit konnten sich die aufmerksamen Zuhörer beim Mittagessen im mexikanischen Restaurant stärken und sich privat mit den Vortragenden des Tages unterhalten. Ein Teil der Gruppe begab sich im Anschluss an den Ronhof, um sich auf Einladung der Stadt Fürth eine interessante Führung durch das Stadion der Spielvereinigung anzusehen.

Der Boys Day am IVS erhielt auch in diesem Jahr eine rundum positive Rückmeldung durch die teilnehmenden Schüler. Sie konnten viele Eindrücke vom Beruf des Psychotherapeuten gewinnen und vielleicht entscheidet sich ja der eine oder andere später für diesen spannenden und abwechslungsreichen Beruf!

(Text: Lukas Schneider)

 

 

 

 

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